Ausstellung: Reminiszenzen – Geister der Sklaverei

LE HAVRE

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Beschreibung

Anlässlich des 25. Jahrestages des Gesetzes, das den Sklavenhandel und die Sklaverei als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkennt, sowie des 20. Jahrestages der Öffnung des Hauses für die Öffentlichkeit, lädt das Maison de l’Armateur zwei Künstlerinnen ein, die aus Welten stammen, die mitunter als unvereinbar gelten. Emmanuelle Gall und Ari Hamot nehmen sich vor, das Haus zu „heimsuchen“ – die Erinnerung dieses Ortes, der Zeugnis vom Sklavenhandel in Le Havre ablegt, wachzurufen und sichtbar zu machen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erwarb Martin-Pierre Foäche dieses Haus am Quai de l’Île mit einem Vermögen, das auf der Ausbeutung tausender aus Afrika deportierter Männer und Frauen beruhte. Als Reeder, Kaufleute und Plantagenbesitzer in Saint-Domingue führten Martin-Pierre und sein Bruder Stanislas – ein Vorfahr von Ari Hamot – das Unternehmen ihres Vaters fort, dessen Wohlstand sich heute im Museum widerspiegelt. Am 15. Dezember 1822 empfing die Hausherrin den Besitzer von Mondésir Lacascade an ihrem Tisch – den Ururururgroßvater von Emmanuelle Gall, der damals in Guadeloupe versklavt war. Zwei Jahrhunderte später besetzen die Künstlerinnen symbolisch die Räume, Schränke, Schubladen und Vitrinen des Maison de l’Armateur. Archive, Dokumente, Bilder, Collagen, Stickereien, Skulpturen… Formen und Medien treten in einen Dialog, um eine verdrängte oder ausgelöschte Vergangenheit spürbar zu machen, die unsichtbar gemachten und geopferten Leben zu würdigen. Eine Einladung, die Geschichte der kolonialen Sklaverei und ihre Nachwirkungen in der heutigen Gesellschaft gemeinsam neu zu denken.

Emmanuelle Gall und Ari Hamot leben und arbeiten in Marseille. Die eine ist Autorin und bildende Künstlerin, die andere Performerin und Szenografin. Nach ihrer Beteiligung am Rouenner Teil der Trilogie Esclavage, mémoires normandes im Jahr 2023 wurde Emmanuelle Gall eingeladen, ein Projekt für das Maison de l’Armateur zu konzipieren. Sie entschied sich, diese menschliche und künstlerische Erfahrung mit Ari Hamot zu teilen – ein bislang einzigartiges Projekt, das persönliche Werke mit gemeinsamen Arbeiten verbindet und in einer performativen Führung durch das Maison de l’Armateur während der Europäischen Tage des Denkmals 2026 seinen Abschluss findet.

Öffnungen und Zeitpläne

  • Von 08/05/2026 bis 20/09/2026

Tarife

  • Kostenlos :

Lage

Ausstellung: Reminiszenzen – Geister der Sklaverei
Maison de l’Armateur – 3 Quai de l’Île – 76600 LE HAVRE

www.musees-mah-lehavre.fr

Route & Zugang